Predigt zum Fest des Hl. Josef

von Robert Deinhammer SJ

Symbol

Lesung aus dem Brief an die Römer (4,13.16-18.22)

Abraham und seine Nachkommen erhielten nicht aufgrund des Gesetzes die Verheißung, Erben der Welt zu sein, sondern aufgrund der Glaubensgerechtigkeit.
Deshalb gilt: «aus Glauben», damit auch gilt: «aus Gnade». Nur so bleibt die Verheißung für alle Nachkommen gültig, nicht nur für die, welche das Gesetz haben, sondern auch für die, welche wie Abraham den Glauben haben.
Nach dem Schriftwort: Ich habe dich zum Vater vieler Völker bestimmt, ist er unser aller Vater vor Gott, dem er geglaubt hat, dem Gott, der die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft.
Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt, dass er der Vater vieler Völker werde, nach dem Wort: So zahlreich werden deine Nachkommen sein.
Darum wurde der Glaube ihm als Gerechtigkeit angerechnet.

Aus dem Evangelium nach Matthäus (1,16.18-21.24)

Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte

Predigt

Der Hl. Josef muss im Leben Jesu wohl eine ähnlich wichtige Rolle gespielt haben wie Maria. Durch Josef lernt Jesus was es bedeutet, ein Mann und ein guter Vater zu sein. Josef übernimmt Verantwortung und kreist nicht ständig um sich selber, sondern ist selbstlos für andere da. Er muss nicht immer im Mittelpunkt stehen, sondern er erfüllt treu seine Aufgaben auch im Hintergrund, ganz schlicht und einfach. Josef kann das, weil er, wie es im Evangelium heißt, gerecht ist. Er steht in der rechten Beziehung zu Gott, das macht ihn zu einem gerechten Menschen. Josef lebt ganz aus dem Vertrauen auf Gott. Darin besteht die Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt, die Gerechtigkeit, die sich nur als Gnade verstehen lässt, wie wir in der Lesung aus dem Römerbrief gehört haben.
Josef steht vor einer für ihn dunklen Zukunft. Was wird da noch alles auf ihn zukommen? Kann das gut gehen? Warum tut er sich das alles überhaupt an? Josef lässt sich aber nicht von Ungewissheit und Angst lähmen, sondern verlässt sich auf die Zusage Gottes. Er vertraut nicht in erster Linie auf seine eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten, auch nicht auf den Augenschein, sondern auf Gott, der in allem mächtig ist. Auch wir stehen vor einer dunklen Zukunft, gerade jetzt wird uns das besonders bewusst. Die derzeitige Krise zeigt uns ganz eindrücklich, wie verwundbar und vergänglich wir Menschen eigentlich sind, als Einzelne und als Gesellschaften. Sie zeigt uns auch, dass wir das Leben nicht völlig in den Griff bekommen können. Sie zeigt uns unsere Grenzen, die wir normalerweise verdrängen. Die falschen Götter erweisen sich jetzt als unzuverlässig. In solchen Krisensituationen zeigt sich aber auch die Kraft des Glaubens. Wir dürfen darauf vertrauen, notfalls auch gegen allen Anschein, dass wir in Gottes guter Hand geborgen sind und ewig bleiben.
Wie Abraham, von dem Paulus sagt, dass er gegen alle Hoffnung voll Hoffnung geglaubt hat, können auch wir aus einer Hoffnung leben, die ihr Maß nicht an der Welt hat, die alles Irdische unendlich übersteigt, weil sie in Gott allein ihre Grundlage hat. In Jesus und seiner Botschaft wird das ganz deutlich: Gegen Gottes Wort kommt keine Macht der Welt an, nicht einmal der Tod. Wir haben Anteil an der Gemeinschaft Jesu mit dem Vater, Jesus schenkt uns sein ewiges Leben, schon hier und jetzt. Das dürfen wir uns immer wieder neu gesagt sein lassen. Daran sollen wir uns halten, wenn es schwer wird. Gott verlässt uns nicht, er ist treu.
Josef und Abraham: Zwei Vaterfiguren, zwei Vorbilder im Glauben. Zwei gerechte Menschen, die durch ihr Gottvertrauen wirklich menschlich sein können. So wie die vielen Menschen heute, die sich selbstlos um andere kümmern, anderen beistehen, einfach ihren Dienst tun, Hoffnung schenken. In ihnen allen ist Gott am Werk.

Und der Friede Gottes, der alles Begreifen übersteigt,
bewahre Eure Herzen und Eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus!
Dazu segne Euch der allmächtige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist! Amen.

Robert Deinhammer SJ, Jesuitenkolleg Innsbruck

Bild: Statue des Hl. Josef in der Ignatiuskapelle in unserer Kirche.

 

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