In der Wüste mehr auf Gott vertrauen lernen,
oder: „Ist Jhwh in unserer Mitte oder nicht?"

Lesung aus dem Buch Exodus (17,3–7)

"In jenen Tagen, dürstete das Volk nach Wasser und murrte gegen Mose. Sie sagten: Warum hast du uns überhaupt aus Ägypten hierher geführt? Um uns, unsere Söhne und unser Vieh verdursten zu lassen? Mose schrie zum Herrn: Was soll ich mit diesem Volk anfangen? Es fehlt nur wenig, und sie steinigen mich. Der Herr antwortete Mose: Geh am Volk vorbei, und nimm einige von den Ältesten Israels mit; nimm auch den Stab in die Hand, mit dem du auf den Nil geschlagen hast, und geh! Dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen. Dann schlag an den Felsen! Es wird Wasser herauskommen, und das Volk kann trinken. Das tat Mose vor den Augen der Ältesten Israels. Den Ort nannte er Massa und Meriba (Probe und Streit), weil die Israeliten Streit begonnen und den Herrn auf die Probe gestellt hatten, indem sie sagten: Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?"

Diese Lesung spricht symbolisch die Situation an, in der wir uns jetzt befinden:

• Ägypten, das reiche, mächtige Land am Nil, steht für Wohlstand, Überfluss, doch auch für Abhängigkeit.
• Die Wüste ist der Ort, durch den der Weg zu Gott führt. Dort erfahren die Menschen Entbehrung, Mangel, Reduzierung, Einschränkungen, so wie auch wir heute. Das Gewohnte fehlt.

Doch Gott sorgt: Die bitteren Wasser werden geheilt (Ex 15,25), in Ex 16 erhält das Volk Brot, täglich Manna in ausreichendem Maß und sogar Wachteln sowie in wunderbarer Weise Wasser aus dem Felsen. So führt Gott Israel zur Begegnung mit sich am Berg Sinai und zeigt, dass auf ihn Verlass ist.

Die Frage, die am Ende der Lesung von Israel berichtet wird, aber an alle gerichtet ist, lautet: Ist Gott in unserer Mitte oder nicht? Auf uns heute übertragen: Vertrauen wir auch in der jetzigen Situation von Mangel und Einschränkungen auf ihn?
Die Erfahrung, dass Gott uns bisher begleitet und geführt hat, kann uns helfen. Das „Weniger" kann dann sogar zu einem „Mehr" werden: in geschenkter Zeit für Besinnung, Gebet, Gottes Wort und die Beziehung zu ihm und zu anderen Menschen.

Georg Fischer SJ, Jesuitenkolleg Innsbruck

Bild: In der Mitte der Kuppel unserer Kirche befindet sich das Symbol für Gott mit dem hebräisch geschriebenen Gottesnamen "Jhwh": Er ist da in unserer Mitte.

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