Freunde, dass der Mandelzweig
Wieder blüht und treibt,
Ist das nicht ein Fingerzeig,
Dass die Liebe bleibt?

Das ist die Strophe eines Gedichtes von Schalom Ben-Chorin. Er hat es 1942 in Jerusalem geschrieben, in einer Zeit, die besonders für Juden sehr bedrückend war. An dieses Gedicht musste ich denken angesichts der Bedrohung durch das Corona-Virus und zugleich dem Erleben, wie es vielerorts wieder grün wird und zu blühen beginnt.
Das Gedicht schließt demgemäß:

Freunde, dass der Mandelzweig
Sich in Blüten wiegt,
Bleibe uns ein Fingerzeig,
Wie das Leben siegt.

Das Leben in seinen vielen Formen hat eine erstaunliche Kraft. Man kann es sehen, wenn im Hochgebirge zwischen den Steinen noch Blumen hervorleuchten oder der Löwenzahn sich durch den Asphalt einen Weg an die Sonne bahnt. Wohl gibt es auch Zerstörung, mit und ohne Zutun des Menschen (auch ein Virus ist Zeichen für die Lebenskraft, selbst dann, wenn er auf andere Lebewesen zerstörerisch wirkt.) Aber vielfältige Zeichen geben Grund zur Hoffnung, dass das Leben stärker ist als der Tod und es sich immer wieder behauptet und erneuert. Sollte es nicht auch in der Geschichte der Menschen so sein? Es fügt sich gut, dass Ostern mit seiner Botschaft hineinfällt in eine Jahreszeit, die sinnlich erfahren lässt, dass das Leben siegt. Dass auch die Liebe bleibt und in dunkler Zeit aufbrechen kann, das zeigt uns das Leben Jesu und die Leben jener, die seinen Spuren gefolgt sind und folgen.

Josef Thorer SJ, Jesuitenkolleg Innsbruck

Bild: Frühlingsgrüße aus dem Jesuitengarten.

 

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