Jesus kommt zu den Jüngern, die im Dunkel eingeschlossen sind, und sagt „Schalom": Friede. Ich stelle mir dieses Friedenswort wie ein Licht vor, ein kräftiges und zugleich mildes Licht, ein gutes Licht. Im Gebet versuche ich dann, mich bewusst in dieses Licht zu stellen. Ich stelle mir vor, dass mein Herz, meine Seele, mein Innerstes davon erleuchtet wird. Das Licht strömt in mich hinein, ich nehme es auf.
Versetze ich mich im Gebet in dieses Licht der Gegenwart Jesu, in sein Schalom, dann kommt manches zum Vorschein:
Die schönen Erinnerungen gefallen mir. Ich lasse sie gerne zu. Die schrecklichen hingegen würde ich lieber verbergen oder gar aus meinem Leben vertreiben. Nun aber zeige ich Jesus, was es alles in mir gibt. Ich zeige ihm meine Angst und lasse sein Schalom darauf leuchten. Ich zeige ihm meine Zweifel und lasse sein Schalom darauf leuchten. Ich zeige ihm meine Trauer und lasse sein Schalom darauf leuchten. Immer kehre ich zum Licht seiner Gegenwart und seines Schalom zurück. Eine heilsame Übung.
Bruno Niederbacher SJ, Jesuitenkolleg Innsbruck