Tagesimpuls aus der Jesuitenkirche

von Bruno Niederbacher SJ, Freitag, 24. April 2020

Symbol

Auf der Rückwand der Ignatiuskapelle befindet sich ein Gemälde. Es stellt Ignatius von Loyola dar, den Gründer des Jesuitenordens. Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, welche Episode seines Lebens dort eigentlich dargestellt wird.

Um dies zu erläutern, muss ich etwas ausholen. Ignatius war Soldat gewesen und 1521 in Pamplona schwer verwundet worden. Während seiner Genesungszeit auf Schloss Loyola hatte er eine starke religiöse Wandlung durchgemacht und beschlossen, nach Jerusalem zu pilgern. 1523 brach er dann mit einem Schiff von Barcelona nach Gaeta in Italien auf. „Im ganzen Land dort fürchtete man sich vor der Pest." (Bericht des Pilgers, 38) Am Palmsonntag erreichte er Rom und ging dann weiter nach Venedig. „Auf diesem Weg bis Venedig schlief er wegen der aufgestellten Pestwachen unter Arkaden. Einmal passierte es ihm, dass er morgens beim Aufstehen auf einen Mann traf, der bei seinem Anblick voller Entsetzen flüchtete, weil er anscheinend sehr blass ausgesehen haben muss." (Bericht des Pilgers, 41) Also Isolation und Quarantäne auch damals. Und nun kommt die Begebenheit, die unser Gemälde erzählt: „In Venedig erbettelte er seinen Unterhalt und schlief auf dem Sankt Markus-Platz." In Kupferstichen, die auf Peter Paul Rubens zurückgehen, von Jean-Baptist Barbé gestochen wurden (1605/06) und anlässlich der Selig- und Heiligsprechung des Ignatius im Jahr 1609 und 1622 angefertigt wurden, wird die Szene dargestellt und folgendermaßen beschrieben: „Als er nachts in Venedig unter dem Säulengang von Sankt Markus liegt, wird M. Antonio Trevisano, ein adeliger Senator, mit diesen Worten aufgeschreckt: ‚Du schläfst bequem, während mein Diener auf dem harten Boden liegt.' Daraufhin sucht er nach diesem Menschen und nimmt ihn sehr freundlich auf." (Literatur: Ursula König-Nordhoff, Ignatius von Loyola. Studien zur Entwicklung einer neuen Heiligen-Ikonographie im Rahmen einer Kanonisationskampagne um 1600. Berlin 1982. Vgl. Abb. 366; cf. Abb. 67)

Warum hat man gerade diese Begebenheit aus dem Leben des Ignatius für die Jesuitenkirche in Innsbruck ausgesucht? Vielleicht wollte man den Innsbruckerinnen und Innsbruckern in der Zeit der Pest Hoffnung machen und sagen: Vertraue auf Gott wie Ignatius – und, ja, es gibt sie, die guten Menschen, die uns in schwierigen Situationen weiterhelfen.

Bruno Niederbacher SJ, Jesuitenkolleg Innsbruck

Adresse

Karl-Rahner-Platz 2
6020 Innsbruck
+43 512 5346-0

Kontoverbindung: Jesuitenkolleg Innsbruck
Raiffeisen Landesbank Tirol
IBAN: AT35 3600 0000 0350 5500

Jesuit werden

Wir sind Ordensleute aus Leidenschaft für Gott und die Menschen.

mehr dazu

Suche

ImpressumSitemapLinksDatenschutzKontaktLogin

Impressum
Sitemap
Links
Datenschutz
Kontakt
Login

Jesuiten-Logo

Jesuitenkirche Innsbruck

powered by webEdition CMS