„Eine Wohnung ist der Gott der Urzeit, von unten tragen die Arme des Ewigen." (Aus dem Segen des Mose, fünftes Buch Mose 33,27)
Seit vielen Jahren lädt mein Exerzitienbegleiter dazu ein, beim Gehen in die Fußsohlen zu spüren. Seit vielen Jahren begleitet mich diese Übung, die mich immer wieder in den gegenwärtigen Augenblick bringt.
In der momentanen Zeit, in der vieles aus meinem gewohnten Alltag durcheinandergewirbelt ist, in der mein Bewusstsein für Unsicherheiten und die Schutzlosigkeit des Lebens wächst, begleitet mich dieses Spüren meiner Fußsohlen. Im Gehen, im Wahrnehmen des Bodens wird der tragende Grund für mich erfahrbar. Auch wenn mein Bewusstsein dafür nicht immer offen ist, ich bin getragen, unterstützt.
Gleichgültig, ob am Morgen im Wald oder beim Einkauf in der Stadt, ob müde oder wach, mit Sorgen beladen oder in Leichtigkeit, in meinem Zweifeln oder im Vertrauen, ... im konkreten Erspüren des Bodens, durch die reale Erfahrung des Getragenseins werden die Arme des Ewigen erahnbar.
Birgit Tschurtschenthaler, ehemalige Jesuit Volunteer und Besucherin der Jesuitenkirche
Bild: Erspürung des Bodens - Ausschnitt aus dem Altarblatt des Schutzengelaltars.