Fernsehgottesdienst ORF/ZDF

Symbol

Die Eucharistiefeier am 25. Oktober 2026 um 9:30 Uhr wird auf ORF 2 und ZDF live übertragen. P. Dominik Markl SJ stellt den Gottesdienst unter den Leitgedanken "Menscheit, erwache!" Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von Musizierenden aus unterschiedlichen Regionen des ganzen Alpenraumes, die am 26. Alpenländischen Volksmusikwettbewerb in Innsbruck teilnehmen.

 

Vorsteher des Gottesdienstes:
Hauptzelebrant: P. Dominik Markl SJ
Konzelebrant: P. Bruno Niederbacher SJ

Musikalische Gestaltung:
Geschwister Prünster
Instrumentalgruppe Steffiza
Geschwister Plankensteiner
Glanschl Zwüllinge
Zillertaler Weisenbläser

Musikalischer Koordinator: Peter Margreiter

Gesprächsangebot nach dem Gottesdienst (10:15 bis 13:00)
Tel. 0800 100 226 (für Anrufe aus Österreich/Schweiz)
Tel. 0800 100 2260 (für Anrufe aus Deutschland)

Gottesdienst zum Nachsehen
https://religion.orf.at/tv/tags/gottesdienste


ABLAUF

Einzug
Lied: Andachtsruf und Marienlied „Und unser lieben Frauen" (Volksweise)
Zillertaler Weisenbläser

Und unser lieben Frauen, der träumete ein Traum,
wie unter ihrem Herzen gewachsen war ein Baum.
Kyrie eleison.

Eröffnung und Begrüßung

Kyrie
Lied: Kyrie aus der Kärtner Messe (M: H. Drewes, T: J. Hopfgartner)
Glanschl Zwüllinge

Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie eleison.
Die Zeit klockt hirt mit ihr'n Håmmer, Anschicht pruetet in da Kåmmer.
Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie eleison.

Christe eleison, Christe eleison, Christe eleison.
A Wetter druckt auf unsre Gmüter, Schaflan bånger ohne Hüeter.
Christe eleison, Christe eleison, Christe eleison.

Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie eleison.
A wårmer Regn der sollet hiaz kömmen Geit und Gier ins Bachl schwemmen.
Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie eleison.

Gloria  
Lied: Gott zu Ehren lasst uns hören/ Geistliches Volkslied aus Südtirol
Zillertaler Weisenbläser, Gemeinde

Gott zu Ehren lasst uns hören,
liebe Menschen all zusamm',
will uns leiten und uns breiten
seine Lieb' wie hellen Flam'.

Preiset alle seine Gnade,
die er uns so reich bewiesen,
schützt uns auf dem Lebenspfade,
lass sein Lob im Herzen sprießen.

Dass wir einst in ew'gem Frieden
bei dem Herren droben stehen,
sei auf Erden uns beschieden,
seine Herrlichkeit zu sehen.

Tagesgebet

Guter Gott, schenke uns die Gnade, dich mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Denken zu lieben, und die Menschen, denen wir begegnen, wie uns selbst. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Lesung
Ex 22,20-26

So spricht der Herr:
Einen Fremden sollst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid im Land Ägypten Fremde gewesen. Ihr sollt keine Witwe oder Waise ausnützen.
Wenn du sie ausnützt und sie zu mir schreit,
werde ich auf ihren Klageschrei hören.
Mein Zorn wird entbrennen
und ich werde euch mit dem Schwert umbringen,
sodass eure Frauen zu Witwen und eure Söhne zu Waisen werden.
Leihst du einem aus meinem Volk,
einem Armen, der neben dir wohnt, Geld,
dann sollst du dich gegen ihn
nicht wie ein Gläubiger benehmen.
Ihr sollt von ihm keinen Zins fordern.
Nimmst du von einem Mitbürger den Mantel zum Pfand, dann sollst du ihn bis Sonnenuntergang zurückgeben;
denn es ist seine einzige Decke,
der Mantel, mit dem er seinen bloßen Leib bedeckt.
Worin soll er sonst schlafen?
Wenn er zu mir schreit,
höre ich es, denn ich habe Mitleid.

Zwischengesang
Lied: Feischtagweis (B. Oberthanner)
Geschwister Plankensteiner

Halleluja
Halleluja (S. Oberhöller)
Geschwister Prünster

Evangelium
Mt 22,34-40

In jener Zeit, als die Pharisäer hörten,
dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte,
kamen sie am selben Ort zusammen.
Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer,
wollte ihn versuchen
und fragte ihn: Meister,
welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?
Er antwortete ihm:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele
und mit deinem ganzen Denken.
Das ist das wichtigste und erste Gebot.
Ebenso wichtig ist das zweite:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
An diesen beiden Geboten
hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Predigt, P. Dominik Markl SJ

Schwestern und Brüder, der brennende Berg Sinai ist das zentrale Bild für die göttliche Offenbarung im Buch Exodus. Die Berge der Sinaihalbinsel bestehen aus rotbraunem Granit, wie manche Berge in den Tiroler Alpen. Kürzlich war ich auf dem Glödis, einem Dreitausender in Osttirol: dieses Urgestein in der warmen Herbstsonne, dahinter das Azurblau des Himmels, die Quellen, die eiskalt aus dem Gestein heraussprudeln – da spürt man die Stärke und Reinheit, die von solchen Bergen ausstrahlt. Vom brennenden Berg Sinai her hören wir mit Mose im Zentrum des göttlichen Gesetzes: „Einen Fremden wirst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid Fremde gewesen im Land Ägypten." In Ägypten erlebte das Volk Israel, was es bedeutet, als Ausländer verachtet und verfolgt zu werden. Durch göttliche Wunder wird Israel aus Ägypten durch das Schilfmeer befreit. Mitten in der Wüste, am Berg Sinai, empfängt das Volk göttliche Offenbarung. Diese Erzählung ist symbolträchtig, bedeutungsvoll: in der Wüste, fernab der Hochkulturen Ägyptens und Babyloniens, im kulturellen Nichts erhält Israel göttliches Gesetz: es bricht vom Himmel her ein. „Einen Fremden wirst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid Fremde gewesen im Land Ägypten." Eine extrem unpopuläre Ansage: ‚Sei empathisch mit Ausländern, du weißt ja aus eigener Erfahrung, wie ihnen zumute ist.'
Um die Frage nach dem Zentrum des göttlichen Gesetzes geht es auch im Gespräch zwischen Jesus und dem Tora-Gelehrten im heutigen Evangelium. „Welches Gebot der Tora ist das wichtigste?", fragt der Gelehrte. Als Antwort zitiert Jesus das Schma Jisrael, das im Judentum im täglichen Gebet rezitiert wird: Weahawta et adonái elohécha, bechol lewawecha uwechol nafschecha, uwechol meodécha. „Du wirst Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft" – Matthäus variiert zuletzt „mit deinem ganzen Denken." Dieses Spitzengebot aus dem Buch Deuteronomium verbindet Jesus mit einem Grundsatzgebot aus dem Buch Levitikus: „Du wirst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Jesus ist ein jüdischer Gesetzeslehrer. Er vermittelt jüdische Religiosität – für uns als Christen.
Ein beeindruckendes Beispiel für jüdisch-christliche Freundschaft und für die Aufnahme von Fremden haben wir erst kürzlich hier in Tirol entdeckt – die Erinnerungen der polnischen Jüdin Leokadia Justman. 1944 wurde sie in Innsbruck von der Gestapo im Polizeigefängnis inhaftiert und sollte in Auschwitz ermordet werden. Der Gefängnisdirektor Wolfgang Neuschmid und vier weitere Polizisten halfen ihr, zu überleben. Am 18. Januar 1945 brach Leokadia mit ihrer Freundin Marysia aus dem Gefängnis aus. Marianne Stocker und Maria Petrykiewicz versteckten sie aus christlicher Überzeugung in ihren Wohnungen. Marias Tochter Wanda war damals 21, sie färbte die Haare der Jüdinnen blond. Diese drei Frauen riskierten ihr eigenes Leben, um die ihnen fremden, ausländischen Ausbrecherinnen zu retten. Die drei Tirolerinnen und die fünf Polizisten wurden von Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern anerkannt. Zum Kriegsende schrieb Leokadia auf Deutsch das Gedicht Menschheit erwache! Die letzte Strophe lautet:
Menschheit erwache, rette deine Kinder,
das neue, im Dunkeln irrende Geschlecht.
Schau auf die Berge, dort mit seinem Finger
zeigt Gott neues Leben durch Herz und durch Recht.
Der göttliche Finger spielt auf den Berg Sinai an: dort schrieb Gottes Finger die Zehn Gebote in die steinernen Tafeln. „Herz" und „Recht" sind nach Leokadia Justman entscheidend für die Zukunft der Menschheit. Neben Recht braucht es auch Herz – also Menschlichkeit. Dieses Gedicht haben wir erst jetzt – 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs –
entdeckt, gerade jetzt, wo die Frage, wie Frieden möglich ist, wieder akut ist. Beten wir heute um die Gnade, Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele und allem Denken zu lieben, und unsere Nächsten – besonders die fremden – wie uns selbst, um mit Menschlichkeit zum Frieden beizutragen.

Glaubensbekenntnis

Fürbitten

Gabenbereitung
Lied: Glabatscher Wegkreuzlied (A. J. Moser)
Steffiza

Gabengebet

Präfation

Sanctus
Lied: GL 711 Heilig (Franz Schubert)
Zillertaler Weisenbläser, Gemeinde

Heilig, heilig, heilig,
heilig ist der Herr!
Heilig, heilig, heilig,
heilig ist nur Er!
Er, der nie begonnen,
Er, der immer war,
ewig ist und waltet,
sein wird immerdar.

Hochgebet

Vater Unser

Friedensgruß

Lamm Gottes

Kommunion
Lied 1: O Liabe Frau, (Volksweise aus dem Passeiertal)
Lied 2: Im 316er (P.Zwitter/ L. Rampitsch/ P. Gnidovec)
Geschwister Prünster, Steffiza

Danklied
Abendlied (Volksweise)
Glanschl Zwüllinge

Jetz gemma ausanonda und sogn guat Nocht beinond. Die Sunn is längst schon untn un d'Nocht steht iban Lond. A guata Tog is umma, un's Togwerk homma gschofft. Er hot uns Speis und Tronk gebn für Leib und Seel a Kroft. Drum sing ma no moi au-????i ins dun kle Fir-ma ment und donk-n dem do dro bn den je-der gspiat und kennt.

S'gib so vü Not und Elend und Unfriedn auf da Wölt, die anen miasn hungern, die ondan hobn z'vü Göld. Sollt kana drum vagessn, wos plls zum Guatsein ghert und wao ma hergebn miasn doss endlich ondas werd. Drum sing ma no moi au-????i ins dun kle Fir-ma ment und donk-n dem do dro bn den je-der gspiat und kennt.

Uns is jo so vü gschenkt wordn in unsan Hamatlond, schen singen, spün und tonzn recht fein sein mitanond. Mia wolln an Friedn holtn uns olle guat vatrogn und olls wos guat und schen is, a wieda weitatrogn. Drum sing ma no moi au-????i ins dun kle Fir-ma ment und donk-n dem do dro bn den je-der gspiat und kennt.

Schlussgebet

Dank, Segen

Auszug
Lied: Königin voll Herrlichkeit (Volksweise)
Zillertaler Weisenbläser

 

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