„Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade." (2 Kor 2, 2) Das hören wir in der Fastenzeit. Gnadenzeit: Man denkt an Glück, Gesundheit, Liebe, Strahlen und Lachen. Aber wenn der hl. Paulus diese Zeile schreibt, zählt er auch Düsteres auf: Bedrängnis, Not, Angst, Schläge... Dies ist ein Impuls, auch für mich:
- Wenn ich aufstehe, möchte ich als Erstes sagen: Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade.
- Wenn mir etwas gelingt, möchte ich sagen: Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade.
- Wenn ich jemanden finde, der ganz zu mir steht, möchte ich sagen: Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade.
- Wenn ich zweifle und nicht weiter weiß, möchte ich sagen: Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade.
- Wenn ich jemanden sehe, den ich beleidigt habe, möchte ich sagen: Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade.
- Wenn ich jemanden sehe, der mich beleidigt hat, möchte ich sagen: Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade.
- Wenn ich Ängste habe und ich nicht schlafen kann, möchte ich sagen: Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade.
- Wenn eine Krankheit mich niederstreckt, möchte ich sagen: Jetzt ist die da, die Zeit der Gnade.
Alles könnte zur Gnadenzeit werden, zu einer Zeit, in der ich mich Gott ganz überlasse.
Bruno Niederbacher SJ, Jesuitenkolleg Innsbruck
Bild: Hier der Engel mit dem Anker als Symbol für die Tugend der Hoffnung.