Osternacht

Predigt zum Nachlesen von Robert Deinhammer SJ

Symbol

Röm 6,3-11
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom:
Schwestern und Brüder!
Wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, sind auf seinen Tod getauft worden. Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln. Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein. Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde, sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott. So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.

Mt 28,1-10
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus:
Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche, kamen Maria aus Mágdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag! Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden, und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen.

Fürchtet Euch nicht! Jesus, der Gekreuzigte, er ist auferstanden. Er hat den Tod überwunden, er lebt für immer in der Herrlichkeit Gottes. Und das Beste ist: Jesus will nicht ohne uns diese Herrlichkeit, im Glauben haben wir schon jetzt Anteil an seiner Auferstehung. Ob wir leben oder sterben, wir gehören dem Herrn. Das ist die Botschaft von Ostern, das ist der Grund unserer Hoffnung.
Wie kommt man zum Glauben an die Auferstehung? Und was ist damit eigentlich gemeint? Vor mehr als 20 Jahren war das bei mir so: Ich habe mich irgendwie für den Glauben interessiert und ab und zu im Neuen Testament gelesen. Eines Tages stieß ich im Markusevangelium auf die Geschichte von der Taufe Jesu im Jordan. Dort ertönt eine Stimme vom Himmel und sagt zu Jesus: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden." Ich weiß nicht warum, aber dieser Satz hat mich damals so ins Herz getroffen, dass es mich völlig umgehauen hat. Jesus ist also der geliebte Sohn des Vaters. Und mir war plötzlich klar, dass diese Worte auch über mein Leben gesprochen sind. Ich darf zu Jesus gehören, ich bin zusammen mit ihm bedingungslos angenommen, nicht mehr und nicht weniger. Gott hat an mir Wohlgefallen, aber nicht, weil ich gut wäre, sondern allein um Jesu willen. In meiner eigenen Taufe wurde das ganz deutlich. Ich kann die Freude, die mich damals erfüllte, nicht beschreiben. Noch heute lebe ich von dieser Freude. Ich hatte die Gewissheit: Wenn das stimmt, dann kann mich nichts von Gott trennen, auch nicht der Tod. Wenn das stimmt, dann war auch für Jesus der furchtbare Tod am Kreuz nicht das endgültige Scheitern eines vergeblichen Lebens. Gott hat immer das letzte Wort, auch gegen allen Anschein. Er ist kein Gott von Toten, sondern von Lebenden.
Auferstehung kann man nicht beweisen, wie man auch Liebe nicht beweisen kann. Auferstehung übersteigt alle unsere Vorstellungen, weil Gott alle unsere Vorstellungen übersteigt. Gott will in alle Ewigkeit nicht ohne uns sein. Er selbst ist unser ewiges Leben. Das kann man nur im Glauben erfassen, indem man der Zusage Gottes in Jesus Christus vertraut, sich das Wort Gottes gesagt sein lässt. Aber dann ereignet sich Auferstehung schon hier und jetzt, und eigentlich zu jeder Zeit.
Rose Ausländer formuliert das in ihrem kurzen Gedicht „Auferstehung" in der folgenden Weise:
„Vor seiner Geburt / war Jesus / auferstanden. / Sterben gilt / nicht / für Gott und / seine Kinder / wir Auferstandene / vor unserer Geburt."
Das ist die Botschaft von Ostern, die alles verändert, die alles neu macht: Fürchtet Euch nicht! Jesus, der Gekreuzigte, er ist auferstanden; und wir mit ihm. Ob wir leben oder sterben, wir gehören dem Herrn. Halleluja!
Und der Friede Gottes, der alles Begreifen übersteigt, bewahre Eure Herzen und Eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus, dem Auferstandenen. Dazu segne Euch der Drei-Eine Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Robert Deinhammer SJ, Jesuitenkolleg Innsbruck

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