Predigt vom 24. Jänner 2021

von Robert Deinhammer SJ

Symbol

 

Jesus bringt uns kein neues Gesetz, keine neue Moral. Jesus ist gekommen, um das Evangelium zu verkünden: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!" Das griechische Wort euangelion bedeutet: gute Nachricht, gute Botschaft, frohmachende Botschaft, Freudenbotschaft. Im Evangelium wird uns etwas gesagt, was wir sonst in keiner Weise wissen würden, was wir nicht an der Welt ablesen können, etwas das alle Vernunfteinsicht übersteigt, nämlich Gottes Liebe zu den Sündern, also zu uns allen. Gott ist ganz anders, als wir uns das vielleicht gedacht haben. Das ist die gute Nachricht.
Jesus sagt: Das Reich Gottes ist nahe, die Herrschaft seiner Liebe, die durch den Glauben an das Evangelium geschieht. Umkehr im christlichen Sinn bedeutet genau das: An Gottes Liebe glauben, sich von Gott geliebt wissen, letztlich nur noch auf Gott vertrauen. Dann verwirklicht sich das Reich Gottes schon jetzt in unserer Welt, dann stehen wir in der rechten Beziehung zu Gott. Und dann sind wir Menschen auch so, wie wir sein sollten, nicht mehr geknechtet von Angst und Egoismus, nicht mehr erpressbar, sondern frei. Unsere Umkehr ist nicht etwas, das wir leisten müssen, um von Gott angenommen zu werden, sondern wir kehren um, wenn wir uns durch das Evangelium von Gott bedingungslos angenommen wissen. Gott nimmt Dich so an, wie Du bist. Und nur dadurch kannst Du auch anders werden.
Jesus verkündet nicht nur, er selbst ist der Inhalt des Evangeliums. Er ist Bote und Botschaft zugleich. Denn er ist der Sohn Gottes, der von Ewigkeit her vom Vater Geliebte. Das macht seine ganze Identität aus, diese Gemeinschaft mit dem Vater. Und Jesus will seine Gemeinschaft mit dem Vater mit uns teilen, er schenkt und Anteil an dieser Gemeinschaft, durch ihn erlangen wir die Gotteskindschaft. Wir werden hineingenommen in das Verhältnis Jesu zum Vater, in die ewige Liebe Gottes zu Gott, in die Liebe zwischen Vater und Sohn, die der Heilige Geist ist. Keine Macht der Welt kann uns aus dieser Liebe herausreißen, nicht einmal der Tod. Das ist das Evangelium, die gute Botschaft, die Freudenbotschaft, die wir Jesus verdanken. Diese Botschaft hat Jesus mit seinem ganzen Leben und mit seinem Sterben am Kreuz für uns bezeugt.
Sofort nach seinem ersten öffentlichen Auftreten beruft Jesus auch die ersten Jünger: Simon und Andreas, Jakobus und Johannes. Jesus braucht Menschen, die seine Botschaft bezeugen und weitertragen. Das ist ja auch der Sinn der Kirche. Kirche ist im Grunde die fortdauernde Weitergabe des Evangeliums, zumindest sollte das Kirche vor allen anderen Dingen sein. Und da sind wir mitten drin. Bei der Taufe hat jeder von uns Anteil erhalten am Priestertum Christi. Wie die ersten Jünger ruft Jesus uns beim Namen. Er lädt uns ein, sein Evangelium zu leben und weiterzugeben, so wie wir es eben können, in unserer jeweiligen Lebenssituation. Das verlangt oft Mut, weil wir mit Ablehnung rechnen müssen. Aber wer auch nur ahnt, worum es in der christlichen Botschaft geht, kann sie unmöglich für sich behalten. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!"

Robert Deinhammer SJ, Jesuitenkolleg Innsbruck

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