2023 - In's Vertrauen gehen

Predigt zum Nachlesen von P. Bernhard Heindl SJ, 1. Jänner 2023

Symbol

Liebe Schwestern und Brüder!

Es war eine Fernsehsendung, eine Reportage auf arte, deren Titel mich anzog: Building Happiness, der dt. Titel war: Bausteine zum Glück. Ich las die Kurzbeschreibung der Reportage:
"Die skandinavischen Länder stehen im World Happiness Report, der jedes Jahr von der UNO veröffentlicht wird, stets an der Spitze. In den letzten 100 Jahren ist es Skandinavien gelungen, eine Gesellschaft zu schaffen, die auf Solidarität, Frieden, Toleranz und Demokratie beruht. Wie lautet das Geheimnis des skandinavischen Glücks?"
Ich klickte rein, begann zu schauen, auch wenn ich bei mir dachte: Hm, kennt man ja, Lebensratgeber! In Buchhandlungen wird diese Sektion immer raumgreifender, während man für die Abteilung „Religion" das Personal fragen muss, wo sie sich versteckt?

Bausteine zum Glück, ein Baustein hat mich nachhaltig fasziniert: Vertrauen.
Es gelte, das angeborene Grundvertrauen, das alle Babys hätten, gesellschaftlich zu erhalten.
Vertrauen, der Eckstein im Glückshaus, Vertrauen, gefördert durch soziale Gerechtigkeit, durch Gemeinschaftsgefühl, durch Hygge, um die anderen Bausteine kurz zu nennen.
(Hygge, ein schwer zu übersetzendes Wort, das in Norwegen und Dänemark eine Art Lebensphilosophie zusammenfasst, zu der die nordischen Länder über das Klima gefunden hätten. Es meint: Wohlbefinden, Gemütlichkeit, ... wir zünden Kerzen an und machen eine Flasche Wein auf oder trinken Tee, haben's schön miteinander, auch wenn das Wetter vor der Tür oft unwirtlich rau ist!)

Vertrauen, Lenin meinte: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
Die skandinavischen Länder antworten ihm und konnten es bislang über ihre Volkswirtschaften belegen: Kontrolle ist gut, ... Vertrauen ist billiger!
Wo Grundvertrauen herrscht, sind die Betriebskosten deutlich geringer. Es braucht keine Spitzelapparat und Schwarzfahren wischt keinem kleinkarrierten Beamtenstaat etwas aus, sondern schädigt alle!

Maria, ein Marienfest als Eingangstor ins Neue Jahr. Auf Maria geblickt, finde ich es passend, dieses Eingangstor mit dem Wort ... Vertrauen zu schmücken. Maria, ein vertrauensvoller Mensch. Es fällt mir immer schwer, irgendwelche Idealbilder von Maria zu zeichnen, denn so viel wissen wir nicht von ihr, aber das, was uns die Bibel von ihr überliefert, lässt sich m.E. mit dem Wort Vertrauen gut zusammenfassen. Sie war ein vertrauensvoller Mensch: 
- "Mir geschehe nach deinem Wort", ... sagt sie zum Engel.
- Und sie muss auch darauf vertraut haben, das Gott Wege finden wird, Josef begreiflich zu machen, um was es in ihrer beiden Beziehung geht, soll die Heilsgeschichte nicht mit der Steinigung einer jungen Frau enden.
- Auf der Hochzeit zu Kana wird sie den Dienern sagen: "Was er euch sagt, das tut." Ein Vertrauensbeweis.
- Und heute hörten wir: "Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen."

Maria bewahrte sich ihr Vertrauen, ihr Herz war erfüllt von Vertrauen, Misstrauen fand keinen Platz in ihrem Herzen!
Unser Herz, das für uns schlägt, uns am Leben erhält, dem Herzen Mariens angleichen, oder allgemein formuliert:
Von der Lebenserfahrung anderer profitieren, sie für hilfreiche, eigene Lebensimpulse nutzen.
- Es ist ein Erfahrungswert, Vertrauen lässt unser Herz ruhiger schlagen.
- Es gilt zu überlegen, was ist wert, in unserem Herzen bewahrt zu werden und was einfach nur nicht?

Herzensbildung, Vertrauenssache! Maria, über die wenigen Zeilen, die wir von ihr wissen, ist für mich ausreichend belegt:
Maria war in der religiösen Tradition ihres Volkes, dass Gott Güte ist, nicht nur äußerlich, sondern innerlich, zuinnerst zuhause!
In der Lesung hörten wir den großen aaronitischen Priestersegen, der immer wieder im Tempel auf das Volk herabgerufen wurde.
Segnen, benedicere, Gutes sagen, Gutes zusprechen, auf die Güte Gottes vertrauen.

Herzensbildung, Vertrauenssache! Beim Tagesgebet, zu Beginn dieser Messe durfte ich für uns alle beten, bitten:
"Lass uns immer und überall die Fürbitte der gnadenvollen Mutter erfahren, die uns den Urheber des Lebens geboren hat ..."
Maria, wenn Du Gott für mich bitten magst, ein vertrauensvoller Mensch werden zu dürfen, ein vertrauensvoller Mensch zu sein, danke ich Dir von Herzen! - Amen.

 


Bild: Heindl 

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